Promo Unsichtbare Wellen

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Unsicht­ba­re Wel­len Zur Geschich­te des Rund­funks und den Ver­su­chen sei­ner Aneig­nung im Raum Halle

»Ver­ehr­te Unsicht­ba­re«. Mit die­sen Wor­ten lei­te­te Wal­ter Ben­ja­min in der Wei­ma­rer Repu­blik eini­ge sei­ner Rund­funk­sen­dun­gen ein. So wenig sicht­bar die Hören­den für Ben­ja­min, so wenig bekannt sind auch vie­le Aspek­te der Aus­stel­lung über das – nur schein­bar – ver­trau­te Medi­um Hörfunk.

Um eini­ge Bei­spie­le zu nen­nen: Zu sehen und hören sind erst­ma­lig Samm­lun­gen von Ton­auf­nah­men und Auf­zeich­nungs­ge­rä­ten des Hal­le­schen Insti­tu­tes für Sprech­wis­sen­schaf­ten aus dem frü­hen 20. Jahr­hun­dert, Nach­wei­se zum nicht erhör­ten Ruf nach einem eige­nen Sen­der für Arbei­ter wäh­rend der Wei­ma­rer Repu­blik und zur Moti­va­ti­on von soge­nann­ten »Rund­funk­ver­bre­chern« wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus – also Per­so­nen die »Feind­sen­der« hör­ten und dafür in Hal­le ver­ur­teilt wor­den – , aber auch bis­her unent­deck­te Pira­ten­ra­di­os zu Zei­ten des »Real­so­zia­lis­mus«.

Die dabei offe­rier­te Neu­be­trach­tung ist mehr als die regio­na­le Auf­ar­bei­tung der Radio­ge­schich­te, son­dern auch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Situa­ti­on von Kom­mu­ni­ka­ti­on und Mas­sen­me­di­en und deren Pro­duk­ti­ons-Umge­bun­gen unter den jewei­li­gen gesell­schaft­li­chen Verhältnissen.

Gleich­zei­tig wird das Publi­kum zur Aneig­nung ani­miert: Frü­he Ton­do­ku­men­te sind in authen­ti­schen Gerä­ten hör­bar, Mikro­fo­ne die­ser Zeit im Selbst­ver­such erleb­bar, Pira­ten­sen­der kön­nen selbst getes­tet werden.

Wesent­li­cher Bestand­teil der Aus­stel­lung ist auch eine Kol­lek­ti­on von Radio­emp­fän­gern, die sei­nes Glei­chen sucht und mit der im Stadt­mu­se­um eine Melan­ge aus Bast­ler­stu­be, Wun­der­kam­mer und Werk­statt ent­steht, in deren Rah­men sowohl Live-Radio­sen­dun­gen, Work­shops zum Bau von Sen­dern und Radi­os als auch Gesprä­che mit Zeit­zeu­gen und Exper­ten statt­fin­den wer­den (hier die Doku­men­ta­ti­on der Interviews).

Kura­tiert von Alex Kör­ner und Ralf Wendt.
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