Verkehrsstudie- Kein Bedarf für A 143

VERKEHRSSTUDIE: KEIN BEDARF FÜR A 143

In sei­nem Blog hat Diet­mar Weih­rich/ Mit­glied des Landtages/ Land­tags­frak­ti­on von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die neue Ver­kehrs­stu­die ver­öf­fent­licht und kommentiert:

Das Fazit der im Auf­trag der Land­tags­frak­ti­on von BÜNDNIS 90 /DIE GRÜNEN erar­bei­te­ten Ver­kehrs­stu­die ist ein­deu­tig: für die A 143 gibt es kei­ner­lei ver­kehrs­po­li­ti­sche Grün­de. Der in bis­he­ri­gen Ver­kehrs­gut­ach­ten für die A 143 pro­gnos­ti­zier­te Anstieg des Ver­kehrs­auf­kom­mens bis zum Jahr 2025 ist viel zu hoch ange­setzt. Höchs­tens ein Vier­tel der 43.500 Kfz wer­den die A 143 pro Tag nut­zen – aber für 10.000 Kfz baut man kei­ne Auto­bahn. Daher besteht aus ver­kehr­li­cher Sicht kein Bedarf für den Bau der A 143.

Seit den frü­hen 90er-Jah­ren wird davon gespro­chen, nörd­lich von Hal­le eine Auto­bahn zu bau­en: die A 143. Doch obwohl kein Bedarf besteht und die Ver­kehrs­ent­las­tung der Stadt Hal­le nur mar­gi­nal ist, wird nach wie vor an die­sem Pro­jekt fest­ge­hal­ten. Hin­zu kommt die Zer­schnei­dung einer ein­ma­li­gen Natur­land­schaft durch das Auto­bahn­pro­jekt, der Por­phyr-Land­schaft nörd­lich von Hal­le, sowie die explo­die­ren­den Kosten.

Die Land­tags­frak­ti­on von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat­te ein Ver­kehrs­gut­ach­ten bei dem unab­hän­gi­gen Büro „Stadt – Ver­kehr – Umwelt“ (SVU) aus Dres­den in Auf­trag gege­ben, um die Pla­nungs­zah­len für die A 143 zu unter­su­chen. Dabei kom­men die Gut­ach­ter zu dem Ergeb­nis, dass weder die Sied­lungs- und Ver­kehrs­netz­struk­tur, noch die bis­he­ri­ge sta­gnie­ren­de (teil­wei­se sogar rück­läu­fi­ge) Ver­kehrs­ent­wick­lung, noch die rea­lis­ti­sche Abschät­zung des künf­ti­gen Ver­kehrs­auf­kom­mens in der Regi­on Hal­le-Leip­zig den Auto­bahn­neu­bau erfor­der­lich machen.

Hal­le pro­fi­tiert fast gar nicht von der A 143. Dies wur­de in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der falsch dar­ge­stellt. Der heu­ti­ge Durch­gangs­ver­kehr in Hal­le, der dann über die A 143 umge­lei­tet wür­de, ist dafür viel zu gering. Wir müs­sen statt­des­sen jetzt an der inner­städ­ti­schen Ver­kehrs­ent­las­tung arbei­ten. Eine wei­te­re Stär­kung des ÖPNV sowie eine Erhö­hung der Fahr­rad­freund­lich­keit – gera­de mit Blick auf das gro­ße Wachs­tum bei Elek­tro­fahr­rä­dern – sind für mich die Stand­bei­ne einer zukunfts­fes­ten Ver­kehrs­po­li­tik für Halle.

Auch beim The­ma Saa­le­que­rung kommt das Gut­ach­ten zu einem kla­ren Urteil: eine Que­rung über die geplan­te A 143 bringt kei­ne Ent­las­tung für die zwei bereits bestehen­den Saa­le­brü­cken im Stadt­ge­biet, denn auch hier geht es vor allem um inner­städ­ti­schen Verkehr.

Der Bau des nörd­li­chen Teils der A 143 soll nach aktu­el­lem Stand 240 Mio. EUR kos­ten. Viel Geld, dem nur ein gerin­ger Ent­las­tungs­ef­fekt für die Stadt Hal­le gegen­über­steht. Viel Geld, das an ande­rer Stel­le sicher drin­gen­der benö­tigt wird.

Hier gibt es das Gut­ach­ten noch mal zum Nachlesen.
Und hier den erklä­ren­den Arti­kel von Sebas­ti­an in der Hal­le­schen Störung.

Foto: Toter Auto­bahn­an­schluss in Bennstedt/ Strei­fin­ger Dezem­ber 2013